
Radfahren in der Stadt: blockierter Radweg © ADFC Gerhard Westrich
Wie „Open Bike Sensor“ Radfahrer:innen schützen kann
Die Sicherheit von Radfahrer:innen auf Kreisstraßen bleibt ein zentrales Anliegen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Rems-Murr. Aktuelle Diskussionen um den Mindestabstand beim Überholen von Fahrrädern zeigen folgendes.
Technische Innovationen wie der „Open Bike Sensor“ können helfen, die Verkehrssicherheit für Radfahrende spürbar zu verbessern.
Sensibilisierung durch Daten
Der „Open Bike Sensor“ ist ein elektronisches Messgerät, das Radfahrer:innen am Gepäckträger oder Lenker befestigen können. Es misst den Abstand von überholenden Fahrzeugen und dokumentiert so kritische Verkehrssituationen. Im Rems-Murr-Kreis wurden bereits über 10.000 Überholvorgänge erfasst – mit alarmierenden Ergebnissen: Auf vielen Kreisstraßen wird der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Metern beim Überholen von Radfahrenden nicht eingehalten. Besonders betroffen sind Strecken wie die Kreisstraße 1911 zwischen Winnenden und Schwaikheim, wo nur 87 Prozent der Überholvorgänge regelkonform ablaufen.
Handlungsbedarf auf kritischen Strecken
Der ADFC Rems-Murr Kreis fordert seit Langem, die Sicherheit auf Radrouten zu erhöhen. „Die Daten des Open Bike Sensors bestätigen, was Radfahrer:innen täglich erleben: Viele Autofahrer:innen halten den vorgeschriebenen Abstand nicht ein“, erklärt ein Sprecher des ADFC. Besonders kritisch sei die Situation auf schmalen, stark befahrenen Strecken, wo Radfahrende oft unsicher und gefährdet seien. „Hier braucht es nicht nur mehr Kontrolle, sondern auch bauliche Maßnahmen wie Schutzstreifen oder separate Radwege.“
Appell an Politik und Verkehrsteilnehmer:innen
Der ADFC appelliert an die Verantwortlichen im Landkreis, die Ergebnisse der Sensoren ernst zu nehmen und gezielt Gegenmaßnahmen zu ergreifen. „Die Daten zeigen klar, wo Handlungsbedarf besteht. Wir brauchen mehr Präventionsarbeit, bessere Infrastruktur und konsequente Kontrollen, um die Sicherheit von Radfahrer:innen zu gewährleisten“, so der ADFC.
Gleichzeitig ruft der Verband alle Verkehrsteilnehmer:innen dazu auf, rücksichtsvoller zu fahren und den Mindestabstand beim Überholen von Radfahrenden stets einzuhalten. „Sicherheit im Straßenverkehr ist eine gemeinsame Aufgabe. Jeder Zentimeter zählt – im Zweifel lieber etwas mehr Abstand halten.“
Hintergrund: Der Open Bike Sensor
Der „Open Bike Sensor“ ist ein Open-Source-Projekt, das Radfahrer:innen ermöglicht, selbst Daten zu sammeln und so zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beizutragen. Die gesammelten Informationen können Kommunen und Verbänden helfen, gefährliche Stellen zu identifizieren und gezielt zu verbessern.
Fazit: Der ADFC Rems-Murr Kreis setzt sich weiterhin für sichere Radwege und eine bessere Akzeptanz von Radfahrer:innen im Straßenverkehr ein. Technische Lösungen wie der Open Bike Sensor sind ein wichtiger Schritt, um Missstände sichtbar zu machen und Veränderungen anzustoßen.








