Gemeinsam für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

20:56 05-06-2023 Mitarbeitende des Landratsamtes messen Überholabstände mit dem OpenBikeSensor

Der Vollständige Artikel wurde vom LRA hier veröffentlicht LINK

Die letzten Unfallzahlen und die Ergebnisse des aktuellen Fahrradklimatests haben gezeigt, dass es noch einiges Verbesserungspotenzial beim Ausbau der Radinfrastruktur gibt. Neben dem Ausbau der Infrastruktur spielt aber auch die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmenden eine wichtige Rolle. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr, wenn beispielsweise der Überholabstand von Radfahrenden nicht eingehalten wird. Das subjektive Empfinden, dass der vorgeschriebene Überholabstand von 1,50 Metern innerorts und zwei Metern außerorts auf manchen Straßen häufig nicht eingehalten wird, soll nun mit aussagekräftigen Zahlen hinterlegt werden.

Mit dem OpenBikeSensor (OBS) erfasst der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Rems-Murr schon längere Zeit die Überholabstände im Rems-Murr-Kreis. Nun wirkt auch das Landratsamt Rems-Murr-Kreis aktiv bei der Aufzeichnung der Überholabstände mit. „Der OpenBikeSensor ist ein weiterer wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Als Landkreis unterstützen wir das Projekt daher sehr gerne“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Der ADFC freut sich sehr darüber, dass das Landratsamt ebenfalls mit dem Open-Bike Sensor Abstandsmessungen durchführt. Wenn das Landratsamt dieselben Erfahrungen beim Überholen von Kfz - wie wir vom ADFC - macht, dann gibt das unseren Messungen erstens ein großes zusätzliches Vertrauen. Zweitens werden die Kollegen vom Landratsamt, welche ja ebenfalls für die Radwege Infrastruktur verantwortlich sind, für die Gefährdung von Radfahrer durch zu dichten Überholen von Kfz sensibilisiert“, sagt Dr. Andreas Schwager, der die Sensorübergabe an den Landkreis für den ADFC BW vertreten hat.

Ein Mitarbeiter des Landratsamtes Rems-Murr-Kreis ist aktiver Radfahrer und wird in den nächsten Wochen Überholabstände mittels OpenBikeSensor zwischen Schorndorf und Remseck aufzeichnen. Ein zweites Fahrrad wird in den kommenden Wochen ebenfalls mit dem OBS ausgestattet. Die erfassten Daten werden im Anschluss ausgewertet. In diesem Zuge wird auch getestet, ob beispielsweise die Aufstellung von Hinweisschildern zum Überholabstand zur Einhaltung des Überholabstandes beiträgt. Hierdurch soll bei allen Verkehrsteilnehmenden ein Bewusstsein für einen ausreichenden Überholabstand geschaffen werden, um so das Radfahren sicherer zu machen.

Der OpenBikeSensor

Der OBS ist ein Sensor, der am Fahrrad angebracht wird und die Abstände bei Überholvorgängen misst. Die gemessenen Überholabstände werden via GPS, Geodaten zugeordnet. Die einzelnen Überholmanöver werden manuell von der Radlerin beziehungsweise dem Radler mittels eines Auslösers am Fahrradlenker bestätigt. Die aufgezeichneten Daten und ob Überholvorgänge bereits in Ihrer Nähe erfasst wurden, kann unter https://obs.adfc-bw.de/ abgerufen werden.

Der Sensor kann selbst nachgebaut werden. Die Anleitung ist auf der Internetseite des OpenBikeSensor e.V. zu finden. Zudem besteht für alle ADFC-Mitglieder die Möglichkeit, einen Sensor über den ADFC Rems-Murr auszuleihen und Überholabstände zu Messen.

(barth/31.05.23)

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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