Deutlicher Trend: Mehr Fahrraddiebstähle in Winnenden und dem Rems-Murr-Kreis

In der Corona-Pandemie ist in Deutschland ein regelrechter Fahrrad-Boom ausgebrochen. Zeitgleich ist in Winnenden auch die Zahl derjenigen, die ein geklautes Zweirad bei der Polizei gemeldet haben, zurückgegangen. Das hat sich nun deutlich geändert:

In der Corona-Pandemie ist in Deutschland ein regelrechter Fahrrad-Boom ausgebrochen. Zeitgleich ist in Winnenden auch die Zahl derjenigen, die ein geklautes Zweirad bei der Polizei gemeldet haben, zurückgegangen. Das hat sich nun deutlich geändert: Fahrraddiebe sind wieder auf dem Vormarsch.

600 Fahrräder im Rems-Murr-Kreis gestohlen, 82 davon in Winnenden

Fast 600 Fahrräder sind im vergangenen Jahr im Rems-Murr-Kreis gestohlen worden, 82 davon in Winnenden. Der höchste Wert in den vergangenen fünf Jahren. Im Corona-Jahr 2021 waren es im Kreis über 200 gestohlene Fahrräder weniger. Eine Erklärung: Durch Home-Office und Home-Schooling waren weniger Fahrräder an „Hotspots“ wie Bahnhöfen und Schulen abgestellt, möglicherweise hatten Diebe es also schwieriger.

Wie erklärt die Polizei den Anstieg?

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland erstmals mehr E-Bikes als klassische Fahrräder verkauft worden. „Es gibt mehr hochwertige Fahrräder, auch Pedelecs, somit automatisch auch mehr Tatgelegenheiten“, nennt Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier auf Nachfrage einen Erklärungsansatz.

Je teurer Räder werden, desto höher sei der Anreiz für potenzielle Diebe. Außerdem werde der Personenkreis derer, die sich keine Räder legal leisten können oder wollen, größer. Auch weiß der Polizeisprecher, dass die Täter sich gewöhnlich besser organisieren und professioneller werden, wenn mehr potenzielles Diebesgut zur Verfügung steht, das zudem immer hochwertiger wird.

Polizei erkennt in diesem Jahr nochmals „deutliche Zunahmen“

Biehlmaier hat außerdem einen Blick auf die bisher gemeldeten Diebstähle in diesem Jahr geworfen. Nennen darf er sie zwar noch nicht, doch hat er festgestellt: „Im Vergleich zu den Vorjahren sind im 1. Quartal teils deutliche Zunahmen zu verzeichnen.“

Dadurch, dass der Trend zu E-Bikes geht, die in der Regel teurer sind, könnten professionelle Diebesbanden ihren Lebensunterhalt durch geklaute Fahrräder bestreiten, meint Biehlmaier. „Ein Pedelec im Wert von 5000 Euro lohnt sich für die Täter eher als ein läppriges Drei-Gang-Rad“, sagt er.

 

Tipp: Akku mitnehmen, wenn das Rad längere Zeit angeschlossen ist

Der Polizeisprecher appelliert, dass Fahrradfahrer sich ein gutes Schloss zulegen sollten. „Je hochwertiger das Schloss ist, desto schwieriger wird es für die Täter. Je mehr Zeit sie für den Diebstahl benötigen, desto höher für sie ist die Gefahr, erwischt zu werden.“

Ob es möglicherweise schon etwas bringen würde, wenn Fahrräder dort abgeschlossen werden, wo sie gut einsehbar, bei Nacht auch beleuchtet sind? „Ich weiß nicht, ob das der ganz heiße Tipp ist“, antwortet der Polizeisprecher.

Vielmehr rät er Besitzern von Fahrrädern, die mit einem Akku ausgestattet sind, diesen herauszunehmen, wenn das Rad längere Zeit in der Öffentlichkeit abgeschlossen wird. „Für Diebe macht das die Räder relativ wertlos. Der Anreiz ist dann deutlich niedriger“, sagt der Polizist.

„Nur besonders massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser geeignet“

In einem Ratgeber der Polizei heißt es, dass Fahrräder stets mit einer geeigneten Sicherung an einen festen Gegenstand angeschlossen werden sollten, auch in Fahrradabstellräumen.

Schlösser sollten niemals mit einfachen Werkzeugen wie Kombizangen oder Seitenschneidern knackbar sein. Um geeignete Schlösser ausfindig zu machen, sollten Interessenten Tests in Fachzeitschriften zurate ziehen, oder von Stiftung Warentest. „Nur besonders massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser sind tatsächlich geeignet“, heißt es im Ratgeber weiter.

Als Kennzeichnung empfiehlt die Polizei zusätzlich zur vorhandenen Rahmennummer eine Fahrradcodierung. Über eine solche Codierung können die Beamten im Zweifel die Wohnanschrift des Eigentümers ausfindig machen.

Die Ortsgruppe des ADFC bietet Codierungen regelmäßig auf Festen und Veranstaltungen an. Zum Beispiel an diesem Sonntag, 5. Mai, auf dem Wonnetag in der Marktstraße.

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